Pflegeversicherung 2.0 - was kommt auf Sie zu? (Teil 1 -Pflegegrade)

In sieben Monaten wird das Pflege-Stärkungsgesetz 2 in seiner ganzen Vielfalt in Kraft treten. Doch was bedeutet das für Sie? Welche Änderungen kommen auf Sie, als Patienten oder Angehörigen, zu? Ich möchte Ihnen in einer kleinen Beitragsserie, die wesentlichen Änderungen des Pflege-Stärkungsgesetzes 2 (PSG 2) näherbringen. Der heutige Beitrag soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die wesentlichen Veränderungen geben.

 

 

 

"Pflegeversicherung wird auf neue Grundlage gestellt"

 

 

Seit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1994 wurde das vorhandene System der Pflegeversicherung oft modifiziert oder erweitert. Mit der uns jetzt vorliegenden Änderung wird die Pflegeversicherung auf eine neue Grundlage gestellt. Einen derartigen Einschnitt hat es in der bisherigen Geschichte der Pflegeversicherung noch nicht gegeben. Umgangssprachlich wird von der Pflegeversicherung 2.0 gesprochen.

 

 

Die wesentliche Veränderung ist der Austausch von Pflegestufen in Pflegegrade. Bisher war es so, dass Pflegebedürftige in drei Pflegestufen eingeteilt wurden und anhand des ihnen zugesprochenen Budgets sie Pflegeleistungen bei einem ambulanten Pflegedienst erwerben konnten. Nun sieht es so aus, dass anstatt der drei Pflegestufen insgesamt fünf Pflegegrade eingeführt werden.

 

"Sie werden nicht schlechter gestellt!"

 

 

Grundsätzlich soll niemand, laut Gesetzentwurf, bei Anwendung der neuen Pflegegrade schlechter gestellt werden. Ein Patient diesem die Pflegestufe 1 zugesprochen wurde wechselt jetzt automatisch in den Pflegegrad 2. In Zahlen ausgedrückt sehen ihre Leistungsansprüche für das Jahr 2017 wie folgt aus: für die Pflegestufe 1 stand ihnen bisher ein Betrag von 468 € zur Verfügung. Zukünftig wird im Pflegegrad 2 für Sie ein Betrag von 689 € vorgehalten. Hatten sie die Pflegestufe 2, wo ihnen 1144 € zu standen, werden sie zukünftig im Pflegegrad 3 1298 € für Pflegesachleistung ausgeben dürfen. Beim Übergang von der Pflegestufe 3 in den Pflegegrad 4 ändert sich nichts. Hier haben Sie wie vorher auch 1612 € zur Verfügung.

 

 

Selbstverständlich bleiben Ihnen darüber hinaus auch die altbekannten Leistungen wie die Verhinderungspflege oder die zusätzlichen Betreuungsleistungen erhalten.

 

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Beitrag einen kurzen Überblick über die auf Sie zukommenden Veränderungen geben konnte. In weiteren Beiträgen werden wir die einzelnen Gesetzesänderungen und die daraus resultierenden Auswirkungen genauer unter die Lupe nehmen. Sollten Sie Fragen haben, zögern Sie nicht mich zu kontaktieren.

 

 

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