Pflegeversicherung 2.0: Bekomme ich weniger Leistungen?

Bekomme ich durch die gesetzlichen Änderungen ab 2017 weniger Geld? Mit dieser Frage kamen in den vergangenen Tagen vermehrt verunsicherte Menschen auf uns zu. Irgendwie scheint das Gerücht herum zu gehen, dass mit Einführung des Pflege-Stärkungsgesetzes II der Leistungsanspruch der Pflegebedürftigen auch sinken kann. Dem ist aber nicht so!

Der Gesetzgeber hat in § 141 SGB XI einen sogenannten „Besitzstandschutz und Übergangsrecht zur sozialen Sicherung von Pflegepersonen“ verankert. Dieser Bestandsschutz gilt lebenslang. Auch wenn eine Neubegutachtung stattfindet, ist es ausgeschlossen, dass der Pflegebedürftige in einen niedrigeren Pflegegrad rutscht. Lediglich wenn keine Pflegebedürftigkeit mehr vorliegt, ist es möglich, dass die Pflegeleistungen dann komplett versagt werden.

 

Pflegebedürftige können sich merken, dass bei Vorhandensein der Pflegestufe I ein automatischer Wechsel in den höheren Pflegegrad II erfolgt. Pflegebedürftige der Pflegestufe II wechseln automatisch in den höheren Pflegegrad III. Und so geht es dann in den verbliebenen Pflegestufen weiter.

 

Momentan wird viel über die gesetzlichen Änderungen gesprochen und informiert. Wahrscheinlich wird es zukünftig noch mehr werden. Da die Materie sich doch als sehr komplex darstellt, zögern Sie nicht uns bei Fragen zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne!

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Kommentare: 4
  • #1

    Hugo und Birgit Keller (Sonntag, 04 Juni 2017 13:02)

    Guten Tag Herr Schmikale und Kollegen,
    toll, dass es diese Einrichtung gibt, ich habe eine Frage:
    Meine Mutter wohnt seit einem Jahr im DRK Pflegeheim in Langen, ist bettlägerig und hat sei 1/17 PG3. Der Besitzstandschutz wurde ihr von Januar bis jetzt mit € 289,74 mtl. vergütet. In der Junirechnung hat mich der Schlag getroffen (meine Mam zahlt
    "noch" selbst) das Heim hat den kompletten Betrag von € 1.448,70 wieder berechnet!? Bevor ich schimpfen gehe, möchte ich mehr dazu wissen, um nicht wie ein kleiner Idiot dazustehen. Können Sie mir helfen? Einen schönen Tag Birgit Keller

  • #2

    Barbara Schinski-Busch (Sonntag, 04 Juni 2017 18:01)

    Sehr geehrte Frau Keller,

    Ich an Ihrer Stelle würde im Heim Ihrer Mutter nachfragen, ob es sich um ein Versehen handelt.
    Denn für bisher bezogene Leistungen gilt ein lebenslanger Bestandschutz - AUßER - es hat eine erneute Begutachtung stattgefunden - die im Ergebnis KEINE PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT mehr bescheinigt.
    Das wirft tatsächlich die Frage auf, ob vielleicht eine Begutachtung ohne Ihr Wissen stattgefunden hat, und bei Ihrer Mutter keine Pflegebedürftigkeit mehr vorliegt?
    In diesem Fall wäre Ihre Mutter Privatzahler.

    Mit freundlichen Grüßen

    Barbara Schinski-Busch
    (Pflegedienstleitung)

  • #3

    Birgit Keller (Montag, 05 Juni 2017 13:26)

    Hallo Frau Schinski-Busch,
    ich danke ganz herzlich für die Info (und das am Pfingstsonntag).
    Natürlich werde ich mit dem Problem zur Heimleitung gehen, ich dacht ihr wüsstet einen Grund für die Stornierung
    der Zahlungen. Meine Mam ist keinesfalls zurückgestuft worden, sondern von 1 in 2 also jetzt PG3. Sie hat seit vielen
    Jahren Parkinson, das Ende dieser schlimmen Krankheit ist bekannt. Ich habe also auch keinen Grund gefunden und
    werde das kundtun. Nochmal Dank für ihre Mühe B.Keller

  • #4

    Birgit Keller (Donnerstag, 08 Juni 2017 14:55)

    Guten Tag nochmal,
    zur Vollständigkeit noch ein kurzer Bericht von mir:
    das Heim hatte leider recht, die Nachberechnung ist korrekt. Meine Mutter wurde im Dezember rückwirkend
    (war nicht gleich ersichtlich, auch eine Nachberechnung) in Pflegestufe 2 hochgesetzt. Der neue Rechnungsbetrag
    war ungefähr so hoch, wie der neue nach der Gesetzesänderung. Also war der ihr vergütete Betrag falsch und
    wurde doch schon nach 6 Monaten zurückgefordert.
    Vielen Dank und alles Gute für sie und ihr Team, ist ja doch ein sehr harter Job.