Sofortprogramm Pflege - Ein Überblick

Sofortprogramm Pflege - Ein erster Überblick für ambulante Pflegedienste

von Marcel Schmikale

 

Bundesgesundheitsminister Spahn hat sein Sofortprogramm Pflege am 01. August 2018 vorgestellt. Das Ziel des Programms sollte vordergründig sein, dem immer stärker werdenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. 13.000 neue Stellen in der Pflege sollen geschaffen werden. Die Krankenhäuser können zukünftig ihr zusätzliches Personal zu 100 Prozent refinanzieren. Stationäre Altenheime bekommen bis zu zwei Stellen komplett refinanziert bei mehr als 120 Plätzen Einrichtungsgröße.

 

Jetzt stellt sich mir die Frage was bleibt für die ambulante Pflege übrig? Im Klartext, nicht viel!

 

 

Für Pflegedienste im ländlichen Raum soll der Wegekostenzuschlag angemessen erhöht werden. So will man die Pflege im ländlichen Raum sicherstellen. Konkrete Summe werden nicht genannt. Die Rahmenvereinbarungspartner sollen sich einigen. Es wird sehr spannend sein, wie die nächste Runde der Vergütungsverhandlungen an diesem Punkt ausgehen werden.

 

 

Außerdem soll die Digitalisierung dazu beitragen mehr Zeit für die Pflege freizuschaufeln. Dafür gibt es Fördermittel von maximal 12.000 EUR und maximal 40 % der Investitionen. Gerade für Pflegedienste in Niedersachsen hält sich hier die Freude in Grenzen. Hier gibt es das schon und zwar in einer wesentlich attraktiveren Form. Das Land fördert digitale Projekte seit zwei Jahren zu 100 %.

 

 

Wegekostenzuschlag und Digitalisierung. Das wars. Mehr ist nicht drin für die ambulante Pflege. Den Grundsatz ambulant vor stationär hat Spahn damit zur Nichte gemacht.

 

 

Mehr Geld im stationären Bereich führt dazu, dass immer weniger in der ambulanten Pflege arbeiten werden wollen.

 

Wie kann man im Wahlkampf ein Programm für mehr Personal in der Pflege propagieren und dann die häusliche Pflege komplett ausklammern? Das bleibt die große Frage.

 

In dieser Form ist das Sofortprogramm Pflege eher ein Ausgrenzungsprogramm für ambulante Pflegedienste.

 

 

Den ambulanten Diensten bleibt jetzt nur die Möglichkeit weiter an innovativen Konzepten für ein gutes Arbeitsklima zu basteln. Neue Dienstmodelle, kreative Extras und exzellente Fortbildungsangebote sollten eingeführt und umgesetzt werden. Beim finanziellen Part steht die ambulante Pflege auf längere Sicht erst einmal alleine da. Schade.

 

Dennoch, nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern vielmehr denen in Berlin lautstark mitteilen, dass es so nicht funktionieren kann.

 

Hier geht es zum Sofortprogramm:

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0